Die Atmosphäre des Raumes aufgreifen
Hannah Cecil Gurney von de Gournay zeigt, wie sich Schalter, Steckdosen und dekorative Wandverkleidungen harmonisch aufeinander abstimmen lassen.
Die Atmosphäre des Raumes aufgreifen
In der Residenz von de Gournay in Los Angeles treffen handbemalte Tapeten und kunstvoll bestickte Wandverkleidungen auf unsere Schalter und Steckdosen aus Massivmessing. Ein Zusammenspiel, das zeigt, wie viel Wirkung selbst die kleinsten Details entfalten können. Wir haben mit Hannah Cecil Gurney, Direktorin der britischen Einrichtungsmarke und Tochter des Firmengründers, darüber gesprochen, wie sich solche funktionalen Elemente stimmig in eine ausdrucksstarke Raumgestaltung einfügen.
Und der Anlass passte perfekt: Unser eigener Showroom im West Hollywood Design District hatte gerade erst eröffnet.
Hannah hatte so viele wertvolle Einblicke für uns, dass wir das Gespräch in voller Länge mit Ihnen teilen möchten.
Die Tapeten und Wandverkleidungen von de Gournay zeichnen sich durch ihre kunstvollen, detailreichen Motive aus. Worauf achten Sie bei der Wahl der passenden Schalter und Steckdosen?
Bei de Gournay bildet oft die Tapete die Grundlage für die gesamte Raumgestaltung, denn sie bestimmt die Stimmung und gibt dem Raum seinen Charakter. Gleichzeitig betrachten wir einen Raum immer als Ganzes. Deshalb beziehen wir auch Details wie Schalter und Steckdosen von Anfang an in die Gestaltung mit ein.
Schalter und Steckdosen mögen kleine Details sein, doch wir sehen und berühren sie jeden Tag. Deshalb sollten sie sich selbstverständlich in die Raumgestaltung einfügen und nicht wie ein nachträglicher Zusatz wirken.
Ein hochwertig gefertigter Schalter aus Messing kann im Raum wie ein Schmuckstück wirken – ein kleines Detail, das die Liebe zum Handwerk sichtbar macht. Sorgfältig ausgewählt, ergänzt er die Tapete, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Gibt es unter unseren drei Oberflächen – Antikes Messing, Bronze und Poliertes Nickel – einen persönlichen Favoriten oder entscheiden Sie je nach Tapete?
Es hängt immer vom Raum und vom Stil der Tapete ab.
Wenn ich mich für eine Oberfläche entscheiden müsste, wäre es wahrscheinlich Antikes Messing. Es ist zeitlos und lässt sich wunderbar mit ganz unterschiedlichen Einrichtungsstilen kombinieren.
Aber auch Bronze und Poliertes Nickel können je nach Raum genau die richtige Wahl sein.
Antikes Messing verändert sich mit der Zeit: Die Oberfläche wird dunkler und entwickelt eine natürliche Patina. Ist es gerade dieser mit der Zeit entstehende Charakter, der Antikes Messing für Sie zu einem so schönen Begleiter für handbemalte Tapeten und bestickte Wandverkleidungen macht?
Auf jeden Fall. Handbemalte Tapeten und bestickte Wandverkleidungen leben von ihrer handwerklichen Fertigung und den kleinen Unregelmäßigkeiten, die jedes Stück einzigartig machen. Eine Oberfläche, die sich mit der Zeit verändert, hat für mich den gleichen Reiz.
Sie verleiht einem Raum Tiefe und Authentizität. Uns gefallen Räume, die über die Jahre gewachsen und bewohnt wirken – und nicht wie ein perfekt inszeniertes, unveränderliches Gesamtbild.
Wann würden Sie das dunklere, warme Bronze dem Antiken Messing vorziehen? Spielen dabei eher die Farben der Tapete, die Stimmung des Raumes oder andere Faktoren eine Rolle?
Oft ist die gewünschte Stimmung entscheidender als die Farbe allein.
Bronze wirkt elegant und zurückhaltend und eignet sich deshalb besonders für eine Bibliothek, ein Esszimmer oder andere Räume, die eine warme, geborgene Atmosphäre ausstrahlen sollen.
Dabei lässt die Oberfläche dekorativen Tapeten ihren großen Auftritt und verleiht dem Raum gleichzeitig zusätzliche Tiefe.
Poliertes Nickel hingegen ist hell und reflektiert das Licht. In Kombination mit einer aufwendig handbemalten Tapete setzt es ein deutliches Statement.
Besonders schön wirkt es in hellen, klar gestalteten Räumen sowie zu frischen Farbtönen und helleren Hintergründen. Auch zu einer moderneren, eleganten Einrichtung passt es hervorragend. Treffen zu viele auffällige Elemente aufeinander, kann das Gesamtbild schnell unruhig wirken.
Gezielt eingesetzt sorgt Poliertes Nickel dagegen für Klarheit und eine besonders edle Note.
Ihre Designs umfassen eine enorme Farbvielfalt – von sanften, gedeckten Tönen bis hin zu intensiven, leuchtenden Farben. Gibt es bestimmte Grundregeln dafür, welche Oberfläche zu welchen Farben passt?
Statt Farben direkt aufeinander abzustimmen, achte ich eher auf ihre Wärme und die gewünschte Raumwirkung.
Antikes Messing unterstreicht warme Farbtöne und passt besonders schön zu klassischeren Einrichtungen. Bronze kommt in dunkleren, stimmungsvollen Räumen wunderbar zur Geltung, während Poliertes Nickel besonders gut mit kühleren Tönen und einer hellen, frischen Gestaltung harmoniert.
Letztlich sollte die Oberfläche die gewünschte Atmosphäre unterstützen und nicht einfach nur farblich passen.
Was unterscheidet eine Oberfläche, die sich dezent in die Raumgestaltung einfügt, von einer, die ganz bewusst Akzente setzt?
Eine Oberfläche, die sich dezent in die Gestaltung einfügt, sorgt vor allem für ein harmonisches Gesamtbild, statt selbst die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Bronze lässt sich zum Beispiel wunderbar mit einem unserer üppigeren floralen Designs wie „Hortus Medicus“ kombinieren. Durch den dunkleren Farbton tritt die Oberfläche optisch in den Hintergrund, sodass die feinen Details und Farben des Motivs im Mittelpunkt.
Antikes Messing kann dagegen ganz bewusst zum Blickfang werden, etwa in Kombination mit einer zart kolorierten Chinoiserie auf Seide. Die Wärme und der besondere Charakter des Messings setzen hier einen zusätzlichen gestalterischen Akzent.
Der Kontrast zwischen der filigranen, handgemalten Landschaft und dem satten Metall verleiht dem Raum mehr Tiefe und Spannung, ohne dass das Gesamtbild an Harmonie verliert.
Schalter und Steckdosen erfüllen natürlich in erster Linie eine Funktion. Sie gehören an die Wand – ganz gleich, welche Tapete man wählt. Was würden Sie jemandem raten, der Sorge hat, dass Tapete und Schalter sich gegenseitig die Wirkung nehmen?
Ich würde dazu raten, Schalter und Steckdosen nicht als störende Elemente zu betrachten. Sind sie hochwertig gestaltet und sorgfältig verarbeitet, werden sie ganz selbstverständlich Teil des Gesamtbilds.
Ein schönes, bewusst gewähltes Detail fügt sich fast immer harmonischer in einen Raum ein als eine beliebige Standardlösung, die möglichst unauffällig bleiben soll.
Veröffentlicht am 26. August 2026